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Incels. Über (keinen) Sex in modernen Gesellschaften.

Dies ist ein heißes Eisen, aber doch zu wichtig um nicht darüber zu schreiben, vor allem in Anbetracht dessen, dass es so gut wie keinen differenzierten, holistischen Artikel dazu gibt. Umso wichtiger ist es, dass man weitestgehend empirisch-evidenzbasiert an die Sache herangeht. Da es sich hierbei um den bisher mit Abstand längsten Artikel auf diesem Blog handelt, gibt es diesmal zum Zurechtfinden ein Inhaltsverzeichnis mit Sprungmarken:

Was sind Incels?

Fangen wir mit einer Begriffsbestimmung an. Incels. Was soll das sein? Worum geht es hier überhaupt? – So wird man vielleicht fragen, wenn man das Internet nicht allzu intensiv frequentiert. Denn obwohl der Begriff innerhalb des Internetjargons derweil an Popularität gewonnen hat (einerseits als Selbstbezeichnung, andererseits als Beleidigung), findet er sonst fast nirgendwo Verwendung. Bei dem Wort handelt es sich um ein Portmanteau aus involuntary und celibate, meint also unfreiwillig zölibatär.

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Plötzlich wieder Single. Männer!

Ein kurzer Kommentar zu einem Artikel aus der Taz von Saskia Lima mit dem Titel „Plötzlich wieder Single. Männer!“

Hier gehts zum Artikel

Im Artikel erzählt eine frisch getrennte Ü40-Jährige Frau über Bekanntschaften, die sie durch die Dating-App Tinder gemacht hat.

„Es ist ein verbreiteter Irrtum, dass Frauen ein Problem mit dem Älterwerden hätten. Sie haben eins mit Männern: Nicht wenige werden peinlich.“

Dieser Untertitel gibt Aufschluss über die allgemeine Richtung. Das Geschlechterverhältnis in unserer heutigen Gesellschaft liegt in Argen. Diese Botschaft dürfte sich mittlerweile verbreitet haben. Ich möchte dem Leser hier das Gros des Artikel ersparen und beschränke mich auf die Darstellung des Bigotteriemassakers.

„Scheiße, sah der alt aus, […]. Ich besann mich auf den Unterhaltungswert, tat interessiert und ließ ihn labern.“

Ein 49-Jähriger wird von der Autorin als „verwelkter Mann“ bezeichnet. Dagegen wird nicht in Betracht gezogen, wie sie selbst wohl auf den 25-Jährigen Tinderkontakt wirken muss, über den sie vorher erzählt.

„Nun wollte ich Stefan unbedingt demütigen, sagte, auf den Fotos wirke er viel größer als in echt, und berichtete, dass viele 25-Jährige bei Tinder mich treffen wollten, und da schlug er zurück und erklärte mir, das liege nur daran, dass Frauen über vierzig leichter zu haben sind und die Jungs schnell zum Schuss kommen wollen.“

…womit der ältere Mann wohl den Treffer versenkt hat, da der in Frage stehende 25-Jährige die Autorin schon vor dem Treffen nach einem Blowjob fragte, wie wir lesen müssen.

Natürlich kann die Autorin den Konter mit der unangenehmen Wahrheit auf den bewussten Demütigungsversuch, wozu sie diesen fraglichen „feat“ heranzog, nicht ‚wie ein Mann‘ verkraften und flieht daher die Szenarie sogleich.

Wäre es nicht einmal sinnvoll zu fragen, was genau eine Frau über 40 einem 25-Jährigen bieten könne, bzw. weswegen sich ein solcher Mann für eine solche Frau interessieren könne? Im umgekehrten Fall, also mit einem wesentlich älteren Mann und junger Frau, ist man doch immer recht schnell dabei die Faktoren Geld und Sex anzuführen und beide Protagonisten als unredlich zu stempeln.

Über ihre eigenen Ansprüche an den 25-Jährigen, abseits seiner Jugendlichkeit, ist die Autorin jedenfalls nicht so verschämt:

„Er glaubt, jung und süß zu sein und einen Penis zu haben sei genug, um eine Frau über vierzig auf die Schnelle von sich zu überzeugen.“

Bei dem nächsten Kandidaten kommen wir aber zu einem größeren Hammer:

„[…] und stellte mir nicht eine einzige Frage. Armselig, aber ich hatte ohnehin nur sinnliche Absichten.“

Dass die Autorin selbst dann noch Ansprüche an Aspekte stellt, die ihre eigenen einseiten Absichten nicht betreffen, und sich herablassend äußert, ist ja erst einmal bloß unsympathisch. Aber was passiert, wenn ein Mann nur sinnliche Absichten hat und diese vorher noch offen kommuniziert, wie oben:

„Ich schreibe, er solle erst mal erwachsen werden, und lösche ihn.“

Das ist dann bigott. Es kümmern die Autorin also entweder ihr eigener Erwachsenenstatus oder ihre eigenen Standards nicht.

Den Kandidaten, bei dem sinnliche Absichten bestanden, hat die Autorin übrigens aufgrund der Meldung einer Freundin über dessen kleinen Penis abserviert. Mit einem anderen klappte es besser:

„Bald schon schlief ich mit ihm und es machte Spaß, und ich dachte, jetzt hab ich ihn gefunden, den perfekten Mann für eine gute Zeit in der Phase, in der mein Herz noch gebrochen war. Doch bald schon wollte er mehr von mir.“

Die Autorin gibt also auch schamlos zu, Männer hier nur als Trostpflaster auszunutzen. Ein Satz, aus dem die seriell-monogame Einstellung und Selbstbezogenheit nur so trieft.

„Eine Freundin sagte, das ­Internet sei schuld, es bediene vor allem das Niedere im Mann – daher wären die Typen heutzutage schon mit Mitte zwanzig kaputt und ihre Seelen verloren.“

Wenn das so ist, und für die Zerstörung der Seelen von zwanzigjährigen Männern nicht eher z.B. das eben genannte Ausnutzen durch Frauen wie der Autorin verantwortlich ist, was ist dann andererseits mit Frauen wie ihr schiefgelaufen?

„Ich dachte: Und dann hast du mich mein Getränk bezahlen lassen, du Niete.“

Noch etwas sexistische Anspruchshaltung zur Würze gefällig? Check.

„Die Unverbindlichkeit, nach der viele Männer jeden Alters streben, ist oft bemitleidenswert und im besten Fall ein bisschen rührend.“

Noch ein Quäntchen mittlerweile offensichtlicher Bigotterie zum Abschluss, zumal ein paar Absätze weiter oben von einem Mann erzählt wurde, bei dem die Autorin nur sinnliche Absichten hatte. Aber wenn das Männer machen, ist das Objektifizierung der Frau, stimmts?

Fassen wir zusammen: Die Autorin versucht bewusst andere zu demütigen, ist oberflächlich, herablassend, selbstbezogen, bigott, benutzt andere als Trostpflaster, hat Doppelstandards und hohe Ansprüche.

Ergo: Sie hat nicht ein Männerproblem, sondern ein Charakterproblem. Dazu kommt, dass sie über 40 ist. Was kann sie sich dagegen als Qualitäten reklamieren? Meine einzige Vermutung wäre, dass sie sich unglaublich kultiviert vorkommt, wenn sie „Weißwein auf Eis“ bestellt oder über den „interessanten Weltschmerz“ eines Mannes sinniert.

Mein Appell an die Taz wäre: Warum werden solche Artikel in einem Mainstream-Medium veröffentlicht? Wo liegt deren Mehrwert? Gefällt es euch, dass eine Autorin sich so dermaßen selbst demütigt? Wenn sie keinen Durchschnitt der modernen Frau repräsentiert, wo bleibt eure Verantwortung, dass dadurch nicht ein toxisches Frauenbild gefördert wird?

 

P.S.: Was die Trennung der Autorin angeht:

„Der Mann, mit dem ich alt werden wollte, wollte plötzlich gar nicht mehr alt werden. Pünktlich zu ­seinem vierzigsten Geburtstag entschied er sich, mich mit einer sehr jungen Instagram-Poserin zu betrügen.“

Während Betrügen sicher immer zu veruteilen ist, kommt man doch nicht umhin dem Mann zu gratulieren: Dodged a Bullet.

Abtreibung. Pro-Choice und Pro-Life – eine falsche Dichotomie.

Dies ist zur Abwechslung keine Kritik oder Reaktion auf ein fremdes Elaborat, sondern ein konstruktiver Beitrag zu einer Debatte.

„Alles am Weibe ist ein Rätsel, und alles am Weibe hat eine Lösung: sie heißt Schwangerschaft.“ – Also sprach Zarathustra

So lässt es Nietzsche seinen Zarathustra sagen (Abschnitt „Von alten und jungen Weiblein“).

Mit dem sogenannten „biologischen Imperativ“ bezeichnet die Evolutionsbiologie die Ausrichtung der Lebewesen, das Überleben der eigenen Gene zu sichern und diese möglichst weit zu verbreiten. Wir wissen, dass es dieser Imperativ beim Menschen nur bedingt auf die bewusste Ebene schaffft, d.h. wo es um Lebensentscheidungen von Individuuen geht, gibt es keine allgemeine Notwendigkeit, genanntes Ziel in den eigenen Willen aufzunehmen. Nur so können sich Individuen bewusst dagegen entscheiden, ihre Gene zu reproduzieren.

Der biologische Imperativ manifestiert sich weniger als direkter Wille oder als Entscheidung, sich zu reproduzieren, sondern in unhintergehbaren Trieben, wo ein Individuum keine Möglichkeit hat, sich zu entscheiden, diese Triebe zu haben oder nicht zu haben. Der Trieb von dem ich spreche, ist das Verlangen nach Sexualität und gestaltet sich bestimmter in dem, was genau wir dabei als attraktiv wahrnehmen. Etwas als attraktiv oder unattraktiv wahrzunehmen ist unserer Entscheidung entzogen und wird neben unserer Kultur zum größten Teil von unserer Biologie bestimmt. Die Biologie realisiert auf diese Weise den biologischen Imperativ.

Dabei ist also der größte Unterschied zwischen Mann und Frau zu betrachten: was die Verbreitung und Sicherung der Gene für die Ressourcen des Lebewesens bedeuten. Die Aufzucht, d.h. das Sichern des Überlebens von Kindern ist beim Menschen relativ ressourcenlastig, da Kinder unserer Spezies viel Zeit und Mittel benötigen, bis sie selbstständig überlebensfähig sind.

Der Akt der Zeugung ist für den Mann jedoch sehr ressourcenarm, weswegen sich für ihn die Möglichkeit zweier Strategien bietet: a) Entweder sich auf die Befruchtung möglichst vieler Frauen zu konzentrieren, wobei sich mit der Quantität die Chance des Überlebens seiner Gene erhöht, oder b) sich auf die Aufzucht seiner Kinder mit einer oder weniger (genetisch hochwertiger) Frauen zu konzentrieren, um das Überleben seiner wenigen Genprodukte direkt zu sichern. Das „oder“ ist hier nicht vollends kontravalent, aber sicher kollidieren viele Umstände und Bedingungen von a) und b).

Für die Frau hingegen heißt jeder Akt der Zeugung Schwangerschaft. Das bedeutet für sie sehr hohe Ressourcenkosten, denn sie braucht 9 Monate, um ein einziges Kind auf den Weg zu bringen. Ihre Aufgabe zum Zweck des Überlebens ihrer Gene muss also in der klugen Selektion eines Mannes bestehen, der einerseits a) selbst hochwertige Gene hat, was zu überlebensfähigen Nachkommen führt, und andererseits b) Ressourcen und Willen zeigt, für die Aufzucht ihrer Kinder zu sorgen.

Dies sind die Grundlagen, mit denen wir arbeiten müssen, um die Ausgestaltung der biologischen Imperative bei Mann und Frau, d.h. auch was diese als sexuell attraktiv empfinden, zu verstehen.

Kultur und Biologie in Wechselwirkung

Nun ist die Wechselwirkung dieser biologischen Grundlagen mit Faktoren unserer modernen Kultur zu betrachten, nämlich mit der Erfindung von effizieten Kontrazeptiva (Verhütungsmitteln) und dem modernen Hedonismus.

Sex bereitet Lust und mit effizienten Verhütungsmitteln wurde die Möglichkeit geschaffen, diese Triebe von ihrer Rolle im biologischen Imperativ zu entkoppeln, um sie abseits der Verbreitung unserer Gene zu befriedigen und auszuleben. Mehr noch wurde die Konzentration auf die bloßen Triebe gelegt, indem sie mit dem Rückgang der Religiösität und Werten wie Familie, Liebe und Nachhaltigkeit noch weiter aus ihren vormaligen kulturellen Rahmenbedingungen entkoppelt wurden. Einer der größten Lebenswünsche des modernen hedonistischen Menschen ist es geworden, möglichst viel Lust zu generieren und die Triebe möglichst stark auszuleben. Sex ist ein Konsumgut und Völlerei die Devise.

Auch wenn Frauen wie dargelegt biologisch durchaus ein größeres Verlangen nach Bindungsbereitschaft eines Mannes haben als umgekehrt, ist das nur ein Faktor dessen, was Männer für sie attraktiv macht und gleicht den Wegfall des kulturellen Rahmes nicht aus, was wir an der Dominanz der Kurzlebigkeit in Form von serieller Monogamie und Promiskuität der modernen Gesellschaft sehen als integralen Bestandteil des Hedonismus.

Es kommt aber der Umstand hinzu, dass Verhütungsmittel nicht zu einhundert Prozent sicher sind. Hier ist die undichte Stelle in der Entkoppelung der Lust von ihrer Funktion der Genverbreitung und den damit einhergehenden Kosten an Ressourcen des Letzteren. Hier stellt sich die Frage der Verantwortung und Konsequenzen, die man trägt. Dies bewegt sich auf einer Skala von Gebundenheit der Sexualbeziehung und Sorgfältigkeit bei der Verhütung. Die Fahrlässigkeit der Entscheidung und die schwere an Konsequenzen ist am höchsten in einer ungebundenen Sexualbeziehung ohne Verhütung, da hier die größte Chance besteht, dass es zur Empfängnis kommt und das Kind nicht gewollt sein wird. Die Fahrlässigkeit und schwere der Konsequenzen ist dagegen am niedrigsten in einer gebundenen Sexualbeziehung (Ehe) mit sorgfältiger Verhütung, da hier die Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis am niedrigsten und die Chance höher ist, dass das mögliche Kind doch akzeptiert werden wird. Was fällt auf?

Je besser sich die Lust direkt anzielen lässt und sich auch vom kulturellen Rahmen löst, desto schwerer sind die Konsequenzen. Auch die Sorgfalt der Verhütung verhält sich antiproportional zur Lust, da diese Mittel, während sie effizient, doch auch lästig sind und gerade das Kondom die sexuelle Lust mindert. Deswegen wird sich oft entschieden, nicht doppelt zu verhüten.

Die Befreiung all dieser Konsequenzen und Hindernisse ist natürlich mittlerweile offensichtlich. Was entkoppelt die Lust vollends von ihrer Rolle im biologischen Imperativ? Abtreibung bzw. das Recht auf freie Abtreibung.

Betrachtet man die biologischen Gegebenheiten in Wechselwirkung mit dem Hedonismus ist es logisch, dass gerade Frauen ein solches Recht fordern würden, denn: Für die Frau ist die Aufzucht des Kindes ohne Ressourcen und Hinwendung des Vater eine ökonomische und meist persönliche Katastrophe. Freigabe zur Adoption ist eine Möglichkeit, aber das setzt voraus, dass sich die Frau gegen ihre Muttergefühle wehren kann, die ihr ihr biologischer Imperativ mitbringt, wenn sie ihr Kind vollentwickelt vor ihren Augen hat und eine persönliche Relation unausweichlich wird; außerdem muss sie trotzdem die Ressourcenkosten der langen Schwangerschaft tragen. Zudem gefährdet Schwangerschaft und Mutterschaft die Rolle der Frau im modernen Hedonismus aufs Extremste. Hinsichtlich der männlichen biologischen Strategie b (siehe oben) wird betreffende Frau sehr viel unattraktiver, da die laufende Aufzucht fremder Kinder die Weitergabe der eigenen Gene des Mannes hindert und für ihn mehr Kosten an Ressourcen bedeutet.

Aus dieser Genese kann die Vehemenz der „Pro-Choice“ Bewegung in den USA verstanden werden. Schwangerschaft ist eine existentielle Bedrohung für die Frau im modernen Hedonismus.

Was fordern Frauen mit Parolen wie „my body, my choice“ also wirklich? Sie fordern von ihrer Verantwortung für ihre erste Wahl entbunden zu werden und in einer zweiten Wahl die Konsequenzen der ersten ungeschehen machen zu können. Warum die Risiken der ersten Wahl in Kauf genommen werden, wurde oben erläutert. Unter Ausschluss der Fälle nachgewiesener Vergewaltigung oder der Bedrohung des Lebens der Mutter durch die Schwangerschaft, muss sich der Ethiker also fragen, ob genannte Willkürfreiheit erstrebenswert ist und ob sie den Wert des ungeborenen Lebens – sofern man ihm einen solchen zuschreibt – trumpft. Ist es ein Wert und Ziel unserer Gesellschaft Frauen für die Verantwortung für eine geschehene Schwangerschaft zu entbinden?

Sofern man diese Frage mit Ja beantworten möchte, d.h. den Hedonismus wirklich zu Ende zu gehen und für seine Realisation einzutreten, sei noch gesagt, dass das Äquivalent zur Forderung von Frauen eines Rechtes auf Abtreibung die Freiheit der Männer von staatlichem Zwang zur Alimentierung der Kindesmutter wäre. So ließen sich alle Probleme beider Geschlechter in der Entkoppelung der Lust von ihrer biologischen und gesellschaftlichen Konsequenz beseitigen.

 

Nun noch ein paar Worte zum Gegenstück: „Pro-Life“. Man muss diese Richtung nicht unterschtützen, sofern man „Pro-Choice“ ablehnt. Die bedingungslose Anerkennung der Heiligkeit von jeglichem (menschlichen) Leben ist eine problematische These. Aber Frauenrechte sind in dem Fall meiner Ansicht nach eines der schlechtesten Argumente für Abtreibung. Die Debatte um Abtreibung sollte sich von dieser falschen Dichotomie entfernen und sich ganz um das eigentliche Subjekt der ethischen Frage – den ungeborenen Embryo oder Fötus drehen. Neben der wichtigen biomedizinischen Frage, wann Leidempfinden und Bewusstsein entstehen, wäre auch folgende eine sinnvolle Frage: Welche Umstände sind nötig um ein Leben lebenswert zu machen (Elternliebe, intakte Familie, finanzielle Sicherung, usw.?) und wäre es legitim den Eltern das Recht einzuräumen, das Leben und damit wahrscheinliches Leid durch Abtreibung zu verhindern, wenn diese Dinge nicht gegeben werden können? In diesem Fall würde keine Entscheidung gegen das ungeborene Leben zu Gunsten der Willkür dessen, der es fahrlässig zu verantworten hat, getroffen, sondern umwillen des ungeborenen Lebens, damit dieses nicht am Ende die Konsequenzen der Fahrlässigkeit eines anderen tragen muss.

 

 

 

Wohin mit der weiblichen Wut?

Heute betrachten wir einen Artikel von Alena Schröder, der online in der Süddeutschen Zeitung (SZ) erschienen ist.

Hier geht es zum Artikel.

Es geht um die These, dass Wut ein männliches Privileg sei.

Zunächst äußert sich die Autorin zu einem akutellen Geschehen in den USA: Brett Kavanaugh ist ein konservativer Richter, der nun durch Donald Trumps Hinarbeiten erfolgreich im Supreme Court der USA installiert wurde. Vor der Ernennung kam es zum Vorwurf der sexuellen Übergriffigkeit, die er vor Jahrzehnten (als 18 Jähriger) an Christine Blasey Ford (heute Psychologieprofessorin) begangen habe sollen.

„Christine Blasey Ford, die mit der Familie aus ihrem Haus fliehen musste und Morddrohungen erhält, seit die Anschuldigungen gegen Kavanaugh öffentlich wurden, musste also vor einer Riege älterer Herren und einem Millionenpublikum detailliert eine traumatische  Erfahrung schildern. Und sie erwies sich als mustergültige weibliche Zeugin: Sie sprach klar und gefasst, zeigte sich verletzlich und trotzdem sichtlich bemüht, es allen recht zu machen, unterdrückte Tränen, lächelte tapfer, entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten, die sie zu bereiten glaubte.

Kavanaugh dagegen wurde in seiner Rede laut und aggressiv, zwischendurch sah man ihn übermannt von Selbstmitleid, die Gesichtszüge verzerrt von kaum verhohlener Wut. Wäre dieser Auftritt ein Vorstellungsgespräch gewesen, hätte Kavanaugh nicht einmal den charakterlichen Eignungstest bestanden, um in Berlin als Busfahrer zu arbeiten. So, wie es momentan aussieht, hat er dennoch ganz gute Chancen auf einen lebenslangen Posten am Supreme Court, ausgestattet mit der Macht, beispielsweise das Recht auf Abtreibung zu kippen oder zumindest massiv einzuschränken.“

Es fällt auf, dass die Autorin mit der Rede von der „traumatischen Erfahrung“ rhetorisch impliziert, dass die Anschuldigungen gegen Kavanaugh wahr seien, obwohl dessen Schuld noch nicht bewiesen ist. Dies widerspricht juristischer Redlichkeit. Einen subjektiven Eindruck der Aussagen mag sich jeder selbst bilden – ich teile jenen der Autorin hier nicht – aber es ist herauszustellen, dass die Autorin dieselbe emotionale Regung auf zwei verschiedene Arten darstellt, nämlich einmal als „sich verletzlich zeigen, es trotzdem allen recht machen wollen, unterdrückte Tränen“ und andererseits als „übermannt von Selbstmitleid“. Die moralisch negative Kategorie des Selbstmitleides wird der tugendhaften leidvollen Tapferkeit gegenübergestellt, um ein bestimmtes Bild zu zeichnen, nämlich das von Täter und Opfer – bevor der Prozess entschieden ist. Die Beschreibung der Emotion soll zusätzlich die Grundthese des Artikels decken: Er ist überMANNt; Sie ist tugendhaft kontrolliert.

Im Übrigen wäre eine laute, aggressive Rede im möglichen Falle einer Falschbeschuldigung wohl durchaus verständlich. Das Leid, dass Kavanaugh privat wegen der Anschuldigungen erfahren musste, thematisiert die Autorin nicht.

Im letzten Abschnitt offenbart die Autorin einen möglichen Grund für ihre Wahrnehmung des Prozesses und ihre Ignoranz ob des Grundsatzes, dass nicht Unschuld, sondern Schuld zu beweisen ist: Eine persönliche Antipathie mit der politischen Einstellung Kavanaughs; da die Beschränkung des Abtreibungsrechts nicht im Interesse der Autorin liegen dürfte, sofern ich sie richtig einschätze.

Sehen wir uns an, wie die Autorin andere juristische Belange im Zuge des Artikels beschreibt:

„[Man hat Hillery Clinton] kein einziges Mal öffentlich ausrasten sehen wegen all der unglaublichen Lügen, die bis heute über sie verbreitet werden, inklusive der Behauptung, sie betreibe aus dem Keller einer Pizzeria einen Kinderpornoring.“

Im Falle von Hillery Clinton scheint die Autorin kein Problem mit Unschuldsbehauptungen bei nicht bewiesener Schuld zu haben, nein, sie spricht sogar von „unglaublichen Lügen“. Man hätte dem Muster gemäß erwartet, dass sie sich sofort auf die Seite der ‚traumatisierten und geschändeten Kinder‘ (um im Duktus der Autorin zu bleiben) gestellt hätte. Woran liegt das nur…

„Marlies Krämer, die vor Gericht ziehen musste, um von ihrer Sparkasse mit der banalen Höflichkeit bedacht zu werden, nicht als Kunde, sondern als Kundin angesprochen zu werden, hätte allen Grund gehabt, nach dem verlorenen Prozess ein bisschen in der Sparkassenzentrale zu marodieren.“

Der Autor befürwortet also sich persönlich aggressiv zu wehren, wenn auf dem juristischen Wege der eigene Wille nicht durchgesetzt werden konnte. Man muss das in aller Deutlichkeit aussprechen! Sofern ich keinem Satireartikel aufgesessen bin, sieht der Autor einen legitimen Grund zu „marodieren“ (was wohlwollend interpretiert vom Wutausbruch bis zur Sachbeschädigung reichen kann), wenn die Agenda feministischer Sprachregelungen juristisch nicht durchgesetzt werden konnte. Ich weiß nicht, was hier das größere Armutszeugnis für unsere Gesellschaft ist: Diese Haltung des Autors, oder dass jemand wegen einer verwehrten „banalen Höflichkeit“ vor Gericht und sogar noch in die zweite Instanz zieht.

Es folgen im Artikel noch einige Beispiele in denen die Wut einer Frau angeblich gesellschaftlich nicht in dem Maße geduldet oder gewürdigt wird, wie es dem männlichen Pendant zukomme (Serana Williams, Andrea Nahles, Claudia Roth). Wissenschaftlich repräsentativ ist das natürlich nicht, sondern es soll stattdessen ein Narrativ unterfüttern.

Zum Ende heißt es dann:

„Vielleicht könnte Hollywood, als Teil der Wiedergutmachung nach all den #Metoo-Skandalen, ja wenigstens im Fiktionalen für eine identitätsstiftende Vorbildfigur sorgen und mal eine Superheldin erfinden, deren Superkraft sich nicht aus Güte, Liebe oder Gerechtigkeitssinn speist, sondern aus nackter, kalter Wut.“

Die Autorin möchte also implizieren, dass Reparationen von der Instanz ‚Hollywood‘ für die Taten von Individuen nötig wären. Die Forderung, den ganzen literarisch-filmischen Trope des Superhelden dafür konzeptuell umzudeuten, geht dann doch etwas zu weit. Nackte, kalte Wut als dominierende Eigenschaft macht eine Figur nämlich mindestens zu einem Antihelden, wenn nicht zu einem Superschurken.

Eine Vorbildfunktion in der Eigenschaft nackter, kalter Wut zu wünschen ist überdies pathologisch bedenklich und sehr wahrscheinlich äußerst gesellschaftsschädigend. Oder wie argumentiert man dann noch für Maßnahmen gegen „Hassrede“, sofern diese einer deskriptiven Kategorie gerecht werden kann, anstatt als Kampfbegriff gegen alles Fabrikat des politischen Gegners zu stehen?

Noch einmal zurück zum Kavanaugh-Fall. Die Autorin beklagt:

„Als Frau diese Anhörung zu sehen und dabei nicht eine brodelnde, schäumende, dampfende Pfütze Wut im Bauch zu spüren, war fast unmöglich.“

Dem möchte ich noch entschieden widersprechen, denn der Satz verunglimpft nüchterne, vernünftige Frauen. Nicht als Frau waren ihr diese Gefühlszustände auferlegt, sondern als Alena Schröder. Die eigene Pathologie auf das Geschlecht zu projizieren und dabei permanent die Agenda „wir gegen sie“, „Frauen gegen Männer“ zu forcieren ist gesellschaftszersetzend und wahnhaft. Noch ein paar Belege der Misandrie aus dem Artikel gefällig?

„Es gibt hierzulande auch keinen wütenden Frauenmob, der in den Straßen auf Männerjagd geht und für den Politiker »Verständnis« einfordern müssten, obwohl statistisch gesehen jeden dritten Tag in Deutschland eine Frau von ihrem aktuellen oder ehemaligen Partner umgebracht wird.“

Was sind solche haarsträubenden, extremistischen Gedankenverknüpfungen anderes als ein offener Aufruf zum Krieg „der Frauen“ gegen „die Männer“, weil es Morde von bestimmten Männern an bestimmten Frauen gibt?!

„[Vor sich hinbrodelnde Wutpfütze] ist das, was [Merkel] mit fast allen Frauen in diesem Land verbindet, auch mit denen, die ihr vielleicht keinerlei politische Sympathie entgegen bringen, sich aber trotzdem mit Wonne vorstellen, wie sie aufgeblasene Männeregos mit dem Absatz ihrer praktischen Schuhe zerbröselt.“

 

Zu guter Letzt kommen wir nach sachlicher Analyse zur Konklusion, dass die These der Autorin gerade dadurch widerlegt wird, dass ein derart vor Wut, Sexismus, Misandrie und Selbstgerechtigkeit triefender Artikel in einem anerkannten Mainstreammedium wie der SZ veröffentlicht werden darf. Es würde mich nicht wundern, wenn der Artikel objektiv betrachtet den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt. Weibliche Wut wird gesellschaftlich großmütig toleriert, während wir im Zuge von „metoo“ oder „pro-choice“ Demonstrationen medial schon jahrelang an Frauen gewöhnt sind, die ihre Wut und ihren Hass offen und oft unsachlich zum Ausdruck bringen.

Feminismus: Wie sexistisch es ist, wenn der Mann beim Date bezahlt

Heute wenden wir uns einem Artikel der Autorin Anastasia Rastorguev zu, der mit dem oben genannten Titel auf der Seite Bento erschien.

Hier gehts zum ganzen Artikel

Der Artikel ist eine Auseinandersetzung des Verhältnisses von Sexismus und Feminismus zu den alten Rollenbildern der Ritterlichkeit und des männlichen Kavaliersverhaltens gegenüber Frauen. („Kavalier“ kommt übrings von dem lateinischen Wort für Pferdeknecht – da könnte also die Frau zum Gaul und der Mann zum Knecht werden.) Fangen wir mit der Aufschlüsselung einer Definitionsfrage an:

„Ich selbst bin überzeugt davon, dass Männer und Frauen politisch, ökonomisch und sozial gleichberechtigt behandelt werden sollen. Ich bin Feministin.“

Was ist mit dem Begriff „gleichberechtig“ hier gemeint? Ist damit gemeint, dass beide Geschlechter die gleichen Rechte haben sollen und vor Gericht dementsprechend behandelt werden sollen? Dies wäre die wörtliche Bedeutung des Begriffes und fiele als Aufgabe der Justiz zu. Traditionell wird dies vom Begriff der Gleichstellung unterschieden, worunter man „Maßnahmen der Angleichung der Lebenssituation“ versteht. Da es im Artikel um Sexismus im direkten alltäglichen Bezug von Männern auf Frauen geht und wie der Feminismus zu einer bestimmten Thematik dieses Bezuges steht, scheint im Gebrauch der Autorin des Begriffes „Gleichberechtigung“ auch die Gleichstellung miteinbegriffen zu sein. Ginge es im Feminismus nur um die wörtliche Gleichberechtigung, würde sich die Frage nicht stellen, wie er zu genannter Thematik steht, da diese nichts mit Rechten oder Gesetzen zu tun hat.

Diese Auffassung bestätigt sich in folgendem Zitat:

„Das, worum es beim Feminismus aber wirklich geht, ist Gleichberechtigung. Frauen und Männer sind gleichwertig und sollen auch so behandelt werden. Gleichwertig, aber nicht gleich.

Bei der Gleichberechtigung geht es natürlich nicht darum, dass Männer und Frauen gleichwertig, aber nicht gleich vom Gesetz behandelt werden. Hat jeder dieselben Rechte, wird jeder vollkommen gleich behandelt. Eine gleichwertige, aber nicht gleiche Behandlung ist also die Vorstellung der Autorin von erfolgreicher Gleichstellung, die mit dem Feminismus konform geht. Das heißt, der Inhalt der Lebenssituationen soll gleichwertig sein, aber kann für Männer und Frauen verschieden sein. Damit rechtfertigt die Autorin die Kohärenz ihrer Vorlieben mit dem Feminismus:

„Deswegen besteht auch überhaupt kein Widerspruch darin, eine überzeugte Feministin zu sein, und sich trotzdem gern zum Essen ausführen zu lassen.

„Doch ich muss gestehen, dass ich es sehr mag, bei einem Date abgeholt, zum Essen eingeladen und umworben zu werden. Ich möchte, dass mein Freund die schweren Sachen trägt.“

Nun die Crux bei dieser Sache: Man stelle sich die Frage, ob es denn eine gleichwertige Behandlung sei, wenn einer abholt, zum Essen einlädt, umwirbt, schwere Sachen trägt usw. während der Andere diese Dienste bloß erhält. Jeder wird zustimmen können, dass es die Lebenssituation aufwertet, all diese Dinge standartmäßig zu erhalten, im Unterschied dazu, sie zu verrichten.

Der Feminismus wäre also gefragt, die altmodischen Rollenbilder, welche die Ritterlichkeit einem Geschlecht fest zuordnet und für das andere einfordert, rigoros zu bekämpfen, um solches aus den Köpfen der Menschen zu verbannen, wenn diese Bewegung sich für Gleichstellung einsetzt, wie die Autorin behauptet.

Aber halt! Es geht hier um die Lebenssituation insgesamt, in der Frauen und Männer Gleichwertigkeit in der Behandlung erfahren sollen. Wir erinnern uns an das „Gleichwertig, aber nicht gleich“ der Autorin. Sie hält deswegen wohl die Angleichung in diesen Rollen(bildern) für verfehlt, denn das würde den Vorlieben der Frauen widersprechen:

„Doch ich habe das Gefühl: Manchmal, zum Beispiel wenn es um die Liebe geht oder um Dating, dann ist vielen Frauen das Umworben-Werben, ja, die Ritterlichkeit von Männern noch immer wichtig. Sie genießen es, wenn ein Mann ihnen die Tür aufhält – andere finden, dass ein Mann gern in den Mantel helfen sollte.“

Wo ist nun aber der Ausgleich, der Männern in einem anderen Lebensbereich eine Aufwertung gegenüber Frauen feministisch konform gewährt, um die Gleichwertigkeit der Lebenssituationen insgesamt wiederherzustellen? Dazu schweigt die Autorin leider geflissentlich. Und so schwebt die angeblich gleichwertige Behandlung, die die Autorin meint zu verteidigen, in der Luft.

Rollenbilder sind also nur dann gerechtfertigt zu kritisieren, wenn sie zum Nachteil der Frau werden oder ihrem Willen nicht entsprechen:

„Frauen beschweren sich oft über altmodische Rollenbilder – und das zurecht: in der Karriere, bei der Kindererziehung, wenn es um Serien oder Filme geht.“

Vielleicht gibt die allgemeine Stoßrichtung (man verzeihe mir den Gebrauch dieses maskulinistischen Wortes) des Artikels über die Ignoranz der Autorin in dieser Sache Aufschluss. Es wird ausdrücklich gefragt, ob die Ritterlichkeit als sexistisch gegenüber Frauen zu betrachten sei, da diese dabei als das schwächere Geschlecht behandelt würden. Was diese Rollenbilder für das andere Geschlecht und damit für das ganze Geschlechterverhältnis bedeuten, wird mit keiner Silbe erwähnt. Es ist ein toter Winkel der Autorin. Dabei ist das geradezu absurd, da es einem im Artikel die ganze Zeit ins Auge springt.

„Vor einer Weile regte sich die ganze Welt auf – über Rüpel-Präsident Trump, der beim Aussteigen aus dem Auto nicht auf Gattin Melania gewartet hatte, bevor er losmarschierte. Unhöflich, hieß es da. Oder: So geht er also mit Frauen um!“

Der Druck, den die Gesellschaft auf Männer ausübt, das andere Geschlecht besser als ihr eigenes zu behandeln, bzw. selbst zurückzustecken, wird nicht thematisiert. Das Beispiel ist klug gewahlt, es ist nur Trump, eine Persona non grata in der öffentlichen Meinung.

„Muss ein Mann… […] Sollten Männer… […] Oder sollten sie…“

Müssen, Sollen… Aha. Nach dem Wollen der Männer wird nicht gefragt.

 

Was ist hier also passiert? a) Entweder wird die Autorin ihrer Rolle als Feministin nicht gerecht und betreibt stattdessen Rosinenpickerei, d.h. sie möchte ihre Wünsche und einen persönlichen Vorteil qua Rollenbilder nicht zugunsten des Feminismus aufgeben. Oder b) Feminismus wird von der Autorin nicht richtig dargestellt. Dabei fragt sie sich selbst, warum viele Menschen etwas anderes darunter verstehen als sie:

„[…] könnte es hilfreich sein, sich anzuschauen, warum viele allergisch auf das Wort Feminismus reagieren. Einige denken dabei an aggressive, unangenehm selbstbewusste Frauen mit unrasierten Achseln, an BHs in Flammen oder Wutreden auf Männer.“

Sicherlich, die allergische Reaktion auf Feminismus, wird aufgrund der Vorstellung unrasierter Achseln ausgelöst. Die Autorin veranschaulicht gut ein Ausweichmanöver in Form einer humoristischen Einlage, verbunden mit einem Strohmann, um ihre Meinung dem Leser besser zu verkaufen. Meine Vermutung für eine Erklärung der allergischen Reaktion liegt eher bei den genannten Punkten a) und b) – sei der Feminismus entweder selbst nicht das, was er von sich nach außen behauptet, oder seien das Problem viele sich so nennende Feministen und Feministinnen, wie die Autorin, die bloß an der Rechtfertigung der Bevorteilung eines Geschlechts arbeiten, anstatt für Gleichstellung und Gleichbehandlung zu kämpfen.

P.S.: Es wird im Artikel übrigens eine Studie herangezogen, bei der eine Selbsteinschätzung vorkam, ob man sich sexistisch oder feministisch findet. Ob es sich hier um ein inkludierendes oder exkludierendes „oder“ handelt, wird nicht gesagt, aber die Möglichkeit des Letzteren macht die Frage hochgradig suggestiv. Warum nimmt man verzerrendes Studiendesign in kauf? Muss man die Möglichkeit von sexistischem Feminismus und Nicht-Sexismus ohne Feminismus durch Suggestionen ausblenden, weil es nicht durch Argumente gelingt?

 

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